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Was meins ist, ist auch deins

Epheser Kapitel 2, 11-22


Es tut gut, sich immer mal wieder zu fragen: Woher komme ich eigentlich? Wovon hat Gott mich befreit? Die wenigsten von uns haben vermutlich einen jüdischen Hintergrund. Im biblischen Kontext zählen wir also zu den Unbeschnittenen. Zu denen, die NICHT von Gott auserwählt waren und nicht unter dem Gesetz lebten. Wusstest du, dass die zehn Gebote und das ganze Gesetz nicht für die ganze Menschheit, sondern nur für das Volk Israel galt? Wären wir also vor 2023 Jahren geboren, wären wir die Unbeschnittenen genannt worden und hätten keinen Zugang zu Gott gehabt, wie es in V12 heisst: Früher hattet ihr keinerlei Beziehung zu Christus. Ihr hattet keinen Zugang zum israelitischen Bürgerrecht und wart ausgeschlossen von den Bündnissen, die Gott mit seinem Volk eingegangen war; seine Zusagen galten ihnen und nicht euch. Euer Leben in dieser Welt war ein Leben ohne Hoffnung, ein Leben ohne Gott.

Vor 2023 Jahren hätten wir also ein hoffnungsloses Leben leben müssen. Ich glaube, dass es Gottes Plan war, der Menschheit durch das Volk Israel zu zeigen, dass er ein guter, grosszügiger Gott ist und dass der, der in Abhängigkeit von ihm lebt, reichen Segen empfängt. Aber das Volk Israel wollte nicht von Gott abhängig sein. Sie verstanden nicht, wie gut und grosszügig Gott ist und wollten immer wieder Unabhängigkeit erlangen und sich selbst statt Gott gross machen. Sie verstanden nicht, dass ihre Erwählung Gottes Gnade und nicht ein selbsterarbeitetes Recht war. Deshalb fingen sie an, hochmütig zu werden und Nichtjuden gering zu schätzen. Sie spotteten über die Unbeschnittenen, die keinen Zugang zu Gott erreichten, weil sie nicht so gut waren wie sie. Sie waren so stolz, dass sie dachten, dass allein die Berührung eines Unbeschnittenen sie verunreinigen würde.


Doch dann kam Jesus… Er kam unter anderem, um den menschlichen Hochmut zu brechen und zu zeigen, dass Gott gnädig ist! Dass Gott sich nach einer Beziehung zu jedem Menschen sehnt! Er sprach mit einer Samariterin, berührte Aussätzige, ging in das Haus von Zöllnern und tat alles, was in den Augen der Juden verkehrt war. Und zuletzt predigte er noch die Vereinigung von Juden und Nichtjuden, Beschnittenen und Unbeschnittenen und sabotierte damit vollends die Sonderstellung der religiösen Juden, die dachten, dass sie aufgrund ihrer eigenen Werke von Gott auserwählt wurden. Genauso wie wir aufgrund von Gottes Gnade erwählt wurden, so wurde es auch das Volk Israel zu seiner Zeit.


Leider wurde mit dem Kommen Jesu der menschliche Hochmut aber nicht ausgerottet. Wie oft denken wir doch gleich wie die Juden damals, dass wir, wenn wir doch so gut leben und so viel beten, doch wirklich gut genug sein müssten, um endlich Gottes Segnungen zu empfangen? Dass es doch nun Zeit wäre, dass wir die langersehnte Heilung, die Segnungen in den Finanzen oder guter Beziehungen empfangen sollten! Und dass es vielleicht sogar falsch ist, dass andere, weniger treue Christen, Wunder erleben und wir nicht. Wenn das auf dich zutrifft, möchte ich dich daran erinnern, dass genau dieser Hochmut die Juden davon abhielt, Gottes Segnungen zu empfangen. Als ich den heutigen Abschnitt so las, kam mir die Geschichte des verlorenen Sohns in den Sinn. Sind wir mit solchen Gedanken nicht wie der ältere Sohn? Immer war ich so treu und nie hast du mir ein Festmahl zubereitet! Aber der Vater sagte: was meins ist, ist auch deins. Mit anderen Worten: öffne deine Augen und sieh, was du alles in mir hast. Dann können wir wie David werden, der auf dem Schlachtfeld, also im Angesicht seiner Feinde schon sein Siegesessen gegessen hat. In Psalm 23 heisst es ja: Du lädst mich ein und deckst mir den Tisch selbst vor den Augen meiner Feinde. Um diesen Satz zu verstehen müssen wir wissen, dass die Krieger nach einem Sieg die Beute ihrer Feinde einsammelten und auf dem Kriegsplatz ein Siegesmahl feierten. Da David wusste, was er in Gott alles hatte, konnte er dieses Mahl bereits im Krieg, als er noch nicht sichtbar gewonnen hatte, mit Jesus feiern. Er wusste: Es kommt nicht auf mich und meine Stärke an, sondern auf Gott und seine Stärke. Und Gott siegt immer. Deshalb lädt Gott dich heute ein, sein Siegesmahl mit dir zu feiern, mitten im Krieg und dich darauf zu fokussieren, wer du bist und was du alles hast in Jesus Christus.


Ihr seid jetzt also nicht länger Fremde ohne Bürgerrecht, sondern seid – zusammen mit allen anderen, die zu seinem heiligen Volk gehören – Bürger des Himmels; ihr gehört zu Gottes Haus, zu Gottes Familie. Eph. 2,19


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